Titel: Forest of a Thousand Lanterns
Deutsche Ausgabe: noch keine Infos
Autor: Julie C. Dao
Reihe: Rise of the Empress #1
Seiten: 363
Verlag: Philomel Books
Format: Paperback
ISBN: 152474168X
Preis: Gebunden ca. 17 €,  TB ca. 10 €
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2017
Genre: YA Fantasy 
Sprachschwierigkeit: 2

Ihr Schicksal steht in den Karten - Empress von Feng Lu. Doch sie muss sich holen, was ihr zusteht. Zu welchem Preis? 



Inhalt 
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Xifeng ist in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und kennt nur die strenge und harte Erziehung ihrer Tante Guma. Deshalb wünscht sie sich das Schicksal zu erfüllen, das ihr vorhergesagt wurde. Sie ist zu Großem bestimmt und wird eines Tages Empress von Feng Lu sein. Doch dafür muss sie den jungen Mann aufgeben, den sie liebt und einen ganz anderen Weg einschlagen. Denn in Xifeng brodelt eine dunkle Seite, die nach Macht giert und dabei über Leichen geht. Welchen Preis ist Xifeng bereit zu bezahlen?

Mein Eindruck
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"Forest of a Thousand Lanterns" ist ein Young Adult Fantasy Buch mit einem fernöstlichen Setting. Schon das hat meine Aufmerksamkeit erregt, denn solche Bücher sind eher selten. Mann muss aber sagen, dass hier der Fantasyanteil sehr gering ist, es gibt im Grunde nur einen Hauch von Magie. Doch dieser Hauch hat es in sich!

Hauptfigur Xifeng hat von Beginn ein großes Ziel im Kopf: Von der armen Dorfbewohnerin zur mächtigsten Herrscherin der Welt. Eigentlich kann sie es, wie der Leser, zunächst selbst kaum glauben. Die Karten ihrer Tante sprechen jedoch eine andere Sprache. Aber von nichts kommt nichts, Xifeng muss die Beine in die Hand nehmen, ihr Dorf verlassen und ins Unbekannte aufbrechen. Ob sich ihre Träume in der Zukunft verwirklichen werden und vor allem zu welchem Preis, ist Dreh und Angelpunkt des Buches.

Überhaupt war die gesamte Charakterentwicklung von Xifeng das, was mir am besten gefallen hat. Wir haben hier kein Mäuschen vor uns, sondern eine zielstrebige junge Frau, die ständig mit einem dunklen Abgrund kämpft. Sie ist im Grunde ihres Herzens zu Mitgefühl und Liebe fähig, doch sie hat auch sehr mit Neid und Eifersucht zu kämpfen. Dabei haben eigentlich alle anderen Frauen um sie herum Grund, eifersüchtig zu sein. Denn Xifeng ist außerordentlich hübsch und weiß ihre Waffe, ihr Gesicht, für sich einzusetzen. Dieser Punkt wird immer wieder betont, ohne nervig zu werden. Denn der Kontext macht hier die Musik. Beispielsweise, wenn sie sich vor Narben fürchtet oder erkennen muss, dass Schönheit allein, nicht alles ist. Aber ja, die Beschreibungen ihres Gesichts sind recht häufig zu finden. Mich hat das jedoch nicht großartig gestört.

Ich fand, dass das Buch am Anfang etwas gebraucht hat, um in die Gänge zu kommen. Man lernt Xifeng kennen und sogleich ihre große Jugendliebe Wei. Hier hat mir gefallen, dass es zwar ein wichtiger Aspekt ist, aber keine vollkommen übertriebene Schnulze. Sie kennen sich bereits ihr ganzes Leben und die Harmonie zwischen den beiden stimmt. Allerdings wird schon bald klar, dass Xifeng zwar starke Gefühle hat, aber sie nicht beides im Leben haben kann: ihren Traum oder Wei. Umso besser hat mir die Geschichte gefallen, als Xifeng zumindest schon einmal in räumlicher Nähe zum Thron ist. Ab hier nimmt die Story ordentlich Fahrt auf und die ersten Intrigen und Ränkespielchen nehmen ihren Lauf.

Gut gemacht ist, dass Xifeng nicht selten scheitert. Es läuft eben nicht alles perfekt, sie muss Abstriche machen und teilweise auch recht ordentlich körperlich einstecken. Aber sie findet einen Weg. Worüber man sich klar sein muss, ist, dass Xifeng nicht die typische Heldin zum Liebhaben und Knuddeln ist. Wie bereits der Klappentext andeutet, sie kann richtig böse sein. Und damit meine ich wirklich böse. Sie tut stellenweise Dinge, da läuft einem ein Schauer über den Rücken. Die Autorin spielt hier eindeutig mit dem moralischen Kompass des Lesers. Allerdings wird immer erklärt, weshalb Xifeng etwas tut und bleibt dabei glaubhaft. Insbesondere gibt es eine Erklärung für ihre Gespaltenheit, die mich im Großen und Ganzen überzeugen konnte.

Fazit
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"Forest of a Thousand Lanterns" ist ein Buch, mit einem nicht allzu oft anzutreffenden Setting: Wir haben hier eine Antiheldin, in einem asiatischen Imperium und einer (für mich) anderen und einzigartigen Kultur. Im Mittelpunkt steht vor allem Xifeng auf ihrer Reise ans Ziel ihrer Träume, aber auch bei ihrem Kampf gegen die Dunkelheit. Obwohl das Buch doch insgesamt eher ruhig abläuft, hat es mich durch den konstanten Machtkampf oft den Atem anhalten lassen. Es hat immer wieder kleine Spannungshöhepunkte, die dafür sorgen, dass es nie langweilig wird. Im Gegenteil ab der Hälfte konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Ein empfehlenswerter Auftakt!


Eine Heldin, die ich so schnell nicht vergessen werde. Böse ist hier wirklich böse.
4,0 Sterne

3 Responses
  1. Nenatie Says:

    Hallo :)
    das Buch ist an mir vorbei gegangen. Aber allein schon das Setting spricht mich so an, jetzt steht es auf der Wunschliste! :D

    LG


  2. Tina Says:

    @Nenatie:

    Freut mich, dass du das Buch jetzt noch entdeckt hast! Mir ist das Bcuh auch fast durch die Lappen gegangen. Ich hatte es zufällig auf Goodreads entdeckt. Bin gespannt, was du sagst, wenn du es liest!

    Dir auch liebe Grüße!


  3. Von dem Buch habe ich zwar schon gehört, es hatte mich aber nicht angesprochen. Nach deiner Rezension sieht das wieder ganz anders aus! Das werde ich auf jeden Fall im Blick behalten, wenn ich mal wieder Lust auf englische Bücher habe (oder es übersetzt wird).


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